Auf Spitz und Blog

 

Multum, non multa (Plinius)

 

Viel, nicht vielerlei: Tägliche Wasserstands-Meldungen, zum Wetter oder zur Stimmung, sind hier nicht zu finden.
Sondern über den Tag hinausweisendes Nachdenken, über die Sprache und Grammatik, über Orte und Örter und über die Schrunden (und Schrullen) der Zeit.

 

KI und Autor(inn)en - eine erste Orientierung

 

Es ist (sicher nicht nur für mich) ein heikles Thema. Also kam am vergangenen Samstag ein Workshop in Stuttgart gerade recht. Wolfgang Tischer, Autor, Dozent und Betreiber der Autorenplattform Literaturcafé wies uns in diese Thematik ein. Jetzt sehe ich etwas klarer und weiß, was man als Autor mit der KI tun kann - und was besser nicht. Tausend Dank für diesen Einblick.
Ich jedenfalls habe von diesem Workshop mehr als nur profitiert.

 

Die Criminale in Salzburg

 

Aufregende und lange Tage liegen hinter mir, die Criminale ist ein Ausnahmezustand für uns Autoren. In einer Stadt, wie man sie sich gar nicht schöner hätte ausdenken können. Großartige Lesungen und Begegnungen, delikate Mehlspeisen, und bei der Glauser-Gala am Samstag strahlende und verdiente Sieger. Nur eines war anders, es gibt noch keinen Ort für die Criminale im nächsten Jahr. Es wird dem Vernehmen nach ein Ort im hohen Norden sein.

 

Offen und ehrlich: Meine Film-Phobie

 

Ich werde immer wieder von Ängsten geplagt, die letztlich mit meiner Übersensibilität zusammenhängen. So leide ich auch an einer Film-Phobie; ich schaue ungern Filme, weil mich die geballte Wucht von Spannung, bewegten Bildern, Geräuschen und Filmmusik seelisch überanstrengt. Würde ich, allein um ein typisches Beispiel zu nennen, den Film "Das Boot" schauen, würden mich die Bilder, Geräusche und Beklemmungen vermutlich monatelang quälen. Für mich ist diese Phobie auch deshalb misslich, weil man als Autor von guten Filmen viel lernen kann.

Aber ich muss einfach auf mich und mein Inneres Rücksicht nehmen. 

 

Projekt Homepage

 

Ich habe meine Homepage vereinfacht. Es haben sich zu viele Rubriken und zu viel Text darauf angesammelt.
Ich hänge jedoch an ihr, und ich hoffe sehr, dass sie sich modernisieren lässt, ohne dabei meine ureigene Handschrift und Individualität einzubüßen.

  

Am Scheideweg

 

Die Buchbranche steht vor Problemen, der Kuchen wird immer kleiner. Wer wird fortan noch ein Stück abkriegen, wem bleiben nur mehr die Brösel?

Fragen, die auch mich immer wieder beschäftigen und mich dazu bewogen haben, mein Repertoire sinnvoll zu ergänzen. An mehreren Dingen gilt es zu arbeiten, mein Standing zu verbessern. Ich kann die Trendgenres kaum bedienen; sie sind nicht meine Welt. Ich muss mir Nischen suchen und bin damit gar nicht allein. So weit, so klar, und nun mutig und optimistisch ans Werk.

 

Konzert-Lesungen

 

Inzwischen blicke ich auf 10 Lesungen mit Orgelmusik zurück, meist in Kirchen, was für eine Ehre. Mit Kantor(inn)en, Organist(inn)en, die sich für meine "Orgelbauerin" an die Orgel setzten, mit Stücken, die in dem Roman vorkommen.
Und in einigen Konzerten zu einem guten Zweck, zugunsten von Orgeln, die ertüchtigt werde. Oder sogar ganz neu gebaut werden müssen. Große Vorhaben, die vielerorts die Budgets der Kirchengemeinden strapazieren. Umso größer die Freude auch bei mir, ein wenig helfen zu können.

 

Mein langer Weg zum Autor

Liebe Menschen haben mich auf meinem Wege zum Schriftsteller begleitet. Mich dort, wo es nötig war, an die Hand genommen und meine Zweifel zerstreut:

 

An erster Stelle genannt seien die Bamberger „Textweber“, eine Autorengruppe, die aus einem VHS-Kurs „Kreatives Schreiben“ hervorgegangen ist. Bis 2022 war ich Mitglied und verdanke ihnen das Locker vom Hocker, wir schrieben da nur eine halbe Stunde, zu einem spontan gestellten Thema. Da gilt es, die Scheu vorm leeren Blatt zu überwinden!

 

Im Jahr 2008 meldete ich mich ferner zu einem ersten mehrtägigen Autorenseminar an, bei Frau Dr. Isa Schikorsky. Isa war, in ihrer sehr offenen, aber stets einfühlsamen Art, die Erste, die mir ausdrücklich (und überaus bestimmt) sagte, dass ich zum Autor tauge. Sie betreute mich bei meinem ersten Projekt.

 

2011 begann ich, an einem zweiten Projekt zu arbeiten. Hierbei hat mich vor allem Frau Andrea Reichart vom (leider nicht mehr bestehenden) "Literaturhotel Franzosenhohl" in Iserlohn unterstützt. Mehrfach war ich in Iserlohn, sogar bei ihr daheim auf dem Balkon, und wenn es nicht anders ging, schickte sie mich auch mal "zurück nach der Badstraße". Vor allem hat sie das Manuskript lektoriert.

 

Und nun? Schließlich meldete ich mich, wie stets bei mir mit etwas Hangen und Bangen, zu einem Seminar des Autorendocks an für Autoren mit fertigem Romanmanuskript. Es gelang mir dort, den Seminarleiter Lars Schultze-Kossack, meinen späteren Agenten, für das Projekt zu interessieren. Sprich: Das Quäntchen Glück und das richtige Seminar zur rechten Zeit.

 

Und dann war noch ... Susanne! Sie saß in diesem Seminar neben mir, und nachdem ich mit meinem Projekt dran gewesen war, erteilte sie mir einen Nadelstich: Sie gab mir auf, Schultze-Kossack noch vor Ort zu fragen, ob er nicht ...?

Ich tat es nicht gleich, jedoch noch rechtzeitig. Denn ich kenne mich: Hätte sie mir nicht diesen Pieks gegeben, dann wäre ich wieder heimgefahren und hätte mich nicht dürfen getraut. Danke, liebe Susanne!

 

Plotten ist harte Arbeit, welcher Autor weiß dies nicht? Gut, dass es Vollprofis gibt, die mir dabei helfen. Im Storycamp bei Freiburg veranstalten Andreas Kirchgäßner und Bernd Storz Workshops, die mich bei allen Roman-Projekten ab dem Altmühltalkrimi entscheidend weiterbrachten.
 

Mein Agent Lars Schultze-Kossack betreute mich im Kontakt zu Verlagen und half mir in allen Fragen des Autorenlebens. Er tat es samt seinem engagierten Team mit Fachkunde und Einfühlungsvermögen. Ihm ist es zu verdanken, dass ich mit meinem Karl-Valentin-Roman zum Verlagsautor wurde.

Umso schwerer hat mich getroffen, dass Lars, nicht einmal 50 Jahre alt geworden, einer tückischen Krankheit erlegen ist.

 

Literarische Agentur Kossack

 

 

Womit ich beim Gmeiner-Verlag bin. Ihm und meiner Lektorin gilt mein Dank für alles Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit.

 

Gmeiner Verlag  

 

 

Zuletzt ein "Danke!" an Euch alle, Ihr lieben Kolleginnen und Kollegen der schreibenden Zunft. Dafür, dass Ihr mich immer wieder geerdet habt. Ihr lehrtet mich, dass ein gutes, die Leser fesselndes Buch nicht allein Thomas-Mann-Leitmotivik oder Rilke-Metaphern benötigt, sondern vor allem eine gute Geschichte.

 

So bin ich Euch verbunden. Stehen wir also zusammen, helfen wir uns gegenseitig weiter und, nicht zu vergessen: Lesen wir uns auch!

 


Martin Meyer

Schriftsteller und Musiker


© Autorenfoto unten links: Manuela Obermeier

© (Autoren)Fotos Hintergrund & Slideshow: Ulrike Schaller-Scholz-Koenen, Walter Pobaschnig, Manuela Obermeier und Vera Trescher

 

 

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