Auf meiner Webseite möchte ich Sie einladen, zwei Künsten zugleich zu begegnen: Literatur und Musik. Sie sind einander nahe verwandt.
Besitzt nicht jede Melodie eine Geschichte, jede Geschichte auch eine Melodie? Birgt nicht auch das Deutsche ein schier unerschöpfliches Reservoir an Sprachklangwelten?
So möge hier von beiden Leidenschaften erzählt werden, die mich das ganze Leben hindurch begleitet und in ihren Bann gezogen haben.
Lenz und Frühling
Der Lenz, begabt nach alter Weise,
In seiner Dichterklause schmollt.
Hat man ihn doch erklärt zum Greise
Und ihn fortan nicht mehr gewollt.
Vor Jahren viel den Deutschen wärmte
Das Neuwort „Frühling“ mehr das Herz.
Der Lenz darüber bald verhärmte
Und litt des Unterlegenen Schmerz.
Seitdem, da Zeit durchs Land gezogen,
Der Frühling viel an Kraft verliert.
Erscheint dies Wort nun wie verbogen,
Zu flach und überstrapaziert.
O du mein Lenz, sei mir willkommen,
Lass hinter dir der Klause Pfort.
Ich warte sehnlich auf dein Frommen,
Treib kräftig du den Winter fort!