Gereimtes & Ungereimtes

 

Gedichte bringen jede Sprache zum Klingen; sie sind weit mehr als nur Reime dich oder ich fresse dich und weisen immer über den letzten Jambus hinaus. Deshalb sei fortan an dieser Stelle Lyrik aus meiner Feder vorgestellt.

 

 

 

Lob des Wetters

 

 

Das Wetter ist zu jeder Zeit

Ein Quell der Unzufriedenheit.

Dem einen Sonnenschein nicht passt,

der andre Wind und Regen hasst.

Zu warm, zu kalt, zu nass geht's rein,

da ist es nicht gut Sommer sein.

 

Doch Menschlein, halte ein mit Klagen

und tu dich lieber selber fragen:

Bin ich nicht auch mal herbstlich kühl, 

dann wieder hitzig, ranzig, schwül?

Du bist des Wetters naher Vetter,

drum sei zum Wetter endlich netter!

 

Martin Meyer
Schriftsteller und Musiker