Gereimtes & Ungereimtes

 

Gedichte bringen jede Sprache zum Klingen; sie sind weit mehr als nur Reime dich oder ich fresse dich und weisen immer über den letzten Jambus hinaus. Deshalb sei fortan an dieser Stelle Lyrik aus meiner Feder vorgestellt.

 

 

 

Im Supermarkt

 

 

Am Freitagabend Supermarkt.

Schon anfangs allen Grund zum Klagen:

Potz Einkaufskoller Herzinfarkt,

Perdü die Münze für den Wagen.

 

Drin dann das nächste Missgeschick,

schon wieder wird es nichts mit Starten:

Die Metzgernummer weit zurück,

schon wieder fluchen bös und warten.

 

Am Bäckerstand läuft’s extra dumm,

Schon wieder etwas tut sekkieren:

Stülpt eine Frau die Börse um

Und lässt sich gar das Geld quittieren.

 

Im Supermarkt man dreht am Rad,

Holt sich beim Drehen einen Wurm:

Kein Angebot ist mehr parat,

Die Nerven flattern nun im Sturm.

 

Und wetten dass? Kauf man im Lauf

Am Kassenband dann endlich weilt,

Dann macht die nächste Kasse auf,

Und selber ist man eingekeilt.

 

Spuckt aus der Galle viel und Zeter,

Schon wieder steht man deppert rum,

Verdruss auf jedem Einkaufsmeter,

Weit dümmer noch als eh schon dumm!

 

Doch sehr viel öfter als geschätzt

Die Kassen tun sich passend auf,

Gar schnell ist man dann durch gewetzt

Und merkt dann gar nicht mehr darauf.

 

Und die Moral von der Geschicht?

Am langen Ende gleicht sich’s aus,

Drum, Menschlein, ärgere dich nicht,

Der Andre kommt nicht schneller raus.

 

Noch besser als das Nervenschwächeln

Wär eine Spur Gelassenheit,

Drum gönn dem Anderen ein Lächeln,

Derrenn dich nicht und lass dir Zeit!

 

Martin Meyer
Schriftsteller und Musiker